Der weiße Raum

Ich stehe in einem Raum. Ein heller, weißer Raum.

Keine Fenster. Kein Licht. Die Wände bestehen aus Beton. Weiß gestrichen.

Der Raum ist hell, die Ecken dunkel.

Vor mir liegt eine Tür, hinter mir liegt eine Tür. Die eine schwarz, die andere weiß.
Betrachte ich die Türen, sehe ich, dass die Griffe scharf wie Rasierklingen und dünn wie Papier sind.

Die Schlüssel im Türschloss sind ebenfalls scharf, mit Widerhaken besetzt. In der Mitte des Raumes steht ein kleiner, weißer Tisch mit vier Beinen. Darauf liegt ein Stift. Ein schwarzer Stift. Ich sitze. Ich warte. Ich nehme den Stift und male Türen an die Wände.

Male eine Uhr, male die Stunden weg. Ich male Fenster, ignoriere die Dunkelheit, die in den Ecken des Raumes lauert, die formlosen Augen in der Dunkelheit.

Aus den Augenwinkeln meine ich, wie die Dunkelheit näher kriecht, mit langen Klauen nach mir greift, bis ich meinen Blick darauf richte.

Welche Tür soll ich nehmen? Warte ich, bis die Wände schwarz gemalt sind und die Dunkelheit mich holt, oder gehe ich durch eine der Türen, wohl wissend, was mich das Öffnen kosten wird?

Und was finde ich dahinter?

Einen hellen, weißen Raum?